Praxisbeispiele

Jungschar für Geflüchtete

Um Kindern muslimischen Glaubens die Möglichkeit für Gemeinschaft zu bieten, hat der CVJM Graben-Neudorf ein offenes Jungscharangebot für Kinder mit Fluchthintergrund entwickelt. Hier werden den Kindern durch Spiele und Kreativangebote Möglichkeiten zum Gemeinschaftserleben geboten. Es geht um die Vermittlung von Werten, wie beispielsweise friedliches Zusammenleben oder Gerechtigkeit. Jeder ist willkommen im wöchentlichen bunten Treiben.

Ansprechpartner: Noah Tirolf (ehrenamtlicher Mitarbeiter, noah.tirolf@web.de)

 

 

cOME TOGETHER

Come together – unter diesem Motto trifft sich seit dem Schuljahr 2017/18 wöchentlich eine Integrations- AG im CVJM Singen Hohentwiel e.V. in Kooperation mit einer Werkrealschule mit sehr hohem Ausländeranteil. Eine Lehrerin der Schule, auch CVJMerin, arbeitet neben Ehrenamtlichen und Freiwilligen mit. Günstigerweise liegt die Ev. Südstadtgemeinde in der gleichen Straße wie die Schule, so dass der schulische Rahmen verlassen werden kann. Die Jugendräume samt Küche und Außengelände sind ideal und erweitern nebenbei auch den Horizont der Jugendlichen. Neben der Sprache lassen sich Toleranz und Rücksichtnahme sehr gut einüben und trainieren, da bei so vielen Ländern und Ethnien Konflikte nicht ausbleiben. Diese sind im außerschulischen Umfeld allerdings deutlich geringer. Woche für Woche gibt es ein attraktives Programm, eine Sofarunde zum Ankommen, Spiele in der Großgruppe oder in Kleingruppen, Sport, Kreatives, Quiz, Kochen, Backen oder auch mal Filme zu unterschiedlichen Themen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit noch länger zu bleiben, Kickern, Billard, Fußball, Brett- und Kartenspiele, Tee, Getränke, Gebäck und Gespräch in gemütlicher Runde auf dem Sofa sind im Angebot. Spannend ist es in dieser multinationalen und multireligiösen Runde jahreszeitliche Themen des Kirchenjahres aufzugreifen und so immer mal wieder den christlichen Glauben zu thematisieren. Rumänische junge Christen unter den Schülerinnen und Schülern bringen sich lebendig ein und machen muslimische, jesidische oder Jugendliche ohne Glaubensbezug neugierig sich über den Glauben zu unterhalten. Die Beteiligung an Schulgottesdiensten findet durch kreative Beiträge statt, sehr viele AG Teilnehmer kommen aus Interesse mit, für viele eine ganz neue Erfahrung und Errungenschaft als Teil eines demokratischen Rechtssystems. Mittlerweile wurde die Gruppe noch internationaler durch englischsprachige Studenten, die in ihrem Auslandssemester an der Uni Konstanz das Modul „working with refugees“ belegt haben und praktische Erfahrungen bei come together sammeln. Sie kommen z.B. aus Aserbaidschan, Israel, Kanada, Taiwan, Litauen, Albanien und empfinden viel Freude bei der Mitarbeit an diesem wöchentlichen Angebot und werden von den Jugendlichen als große Bereicherung erlebt.

Ansprechpartnerin: Silke Daub (1. Vorsitzende und Leiterin der Schul-AG; info@cvjmsingen.de)

gLOBAL GROUP - iNTERKULTURELLE GEMEINSCHAFT STÄRKEN

Im CVJM Weingarten hat sich um ein ehrenamtlich engagiertes Team aus dem CVJM eine „global group“ (globale Gruppe) gebildet, mit den Zielen, interkulturelle Begegnungen und Gemeinschaft zu fördern, Menschen mit Fluchthintergrund und Ortsansässige zusammenzubringen, Freundschaften zu knüpfen und einen weltweiten Blick in den CVJM Ortsverein zu bringen. Bewusstseinsbildung für den Auftrag, die Schöpfung zu bewahren sowie diesen ganz konkret im Alltag zu integrieren spielen dabei ebenso eine wichtige Rolle. Aufgrund persönlicher Erfahrungen des Fremdseins und der Heimatsuche, möchten sie im CVJM Weingarten Menschen die Möglichkeit schenken, anzukommen und ein zu Hause zu finden. Dafür fanden in 2018 bereits verschiedene Angebote statt, an denen sowohl Ortsansässige als auch Geflüchtete teilnahmen. Neben einer besonderen Gemeinschaft kamen die Angebote teilweise auch dem Ort zugute:

ein CVJM Basar und Teilnahme an der YMCA World Challenge
eine Tour-Bustour durch Karlsruhe mit anschließendem Picknick
Plogging (Joggen und Müllsammeln)
Kleiderkreisel – innerhalb einer Eltern-Kind-Gruppe haben die Frauen Kleidungsstücke     ausgetauscht
Auch für 2019 sind Aktionen geplant, wie beispielsweise die Beteiligung am Straßenfest der Kommune. Ansprechpartner: Karoline und Ray Martin (Initiatoren der global group, globalcvjmweingarten@gmail.com)

gEMEINSAM RAUS AUS DEM aLLTAG

Im CVJM Münzesheim wurde das anfängliche Begegnungscafé aufgrund sich verändernder Bedürfnisse angepasst. Begegnung und Gemeinschaft findet nun durch gemeinsame Aktionen und Ausflüge statt – gemeinsam raus aus dem Alltag. Im Kletterwald werden Ängste überwunden, beim Frauenabend wird getanzt, gelacht und kulturelle Eigenarten ausgetauscht. Hier kann man erleben: Wir sind alle Menschen, die gemeinsam unterwegs sind.

Ansprechpartner: Matthias Häntsch (ehrenamticher Mitarbeiter, lmhaentsch@web.de)

 

Café Mint – da sein, wo die Menschen sind

Das Café Mint ist ein offener Jugendtreff des CVJM Mannheim. 1991 wurde es mit dem Ziel eröffnet, Jugendlichen aus dem Stadtteil ein Zuhause zu bieten. Die Offenheit und Niederschwelligkeit des Angebots definiert, dass jeder junge Mensch willkommen ist, unabhängig von Geschlecht, Religionszugehörigkeit, Herkunft und Nationalität.

In den letzten Jahren ist die Kernbesuchergruppe des Jugendtreffs immer wieder deutlichen Wechseln unterlegen gewesen, deren Gemeinsamkeit hauptsächlich in der wohnlichen Nähe zum CVJM Haus und dem Migrationshintergrund lag.

Derzeit kommen häufig Kinder und Jugendliche mit bulgarischem Hintergrund. Viele von ihnen sind noch nicht lange in Deutschland und beherrschen die Sprache kaum. Doch kickern, kochen, basteln, Billard oder in der Turnhalle Fußball spielen kann auch, wer die deutsche Sprache nicht oder nur zum Teil beherrscht.

Im Café Mint ist jeder aus allein einem Grund willkommen: ohne Ausnahme sind wir alle geliebte Kinder Gottes. Und das ist Grund genug, dass auch diese Kinder und Jugendlichen in ihrem Bedürfnis nach einem sicheren Ort, nach Anerkennung und freier Entfaltung abgeholt werden.

Ansprechpartner: Sandra Gössl (Sozialpädagogin), Marlen Hanisch (Sozialarbeiterin)

So einfach kann begegnung sein

Im CVJM Stetten ist jeder willkommen. Egal, welcher Nationalität oder Religion jemand angehört, die Angebote des CVJM richten sich an alle Menschen. So ist es ganz natürlich, dass Geflüchtete und Ortsansässige im Jugendkreis oder beim CVJM Fest mit dabei sind und Gemeinschaft erleben. An einem Tag machte sich der Jugendkreis bewusst auf den Weg, „raus aus der Kuschel- und Komfortzone des Jugendraumes“ und hinein in das Abenteuer „Begegnung mit Menschen“. Jeweils kleine Gruppen Jugendlicher besuchten Familien mit Fluchthintergrund, die gerne ihre Türen öffneten. Gemeinsam ins Gespräch kommen und die neuen Freunde besser kennenlernen. „Lydia Häring: ‚Ich war am meisten berührt von den Erzählungen von der Flucht, wie der Vater z.B. seinen Sohn in der Dunkelheit durch einen tiefen Fluss getragen hat.‘ Und Paul Horn war total begeistert über die lockere Atmosphäre: ‚Die Offenheit hat mich sehr überrascht und wir haben viel gelacht und geredet. Es war einfach nur lustig.‘“ Am Ende war allen klar: „Flüchtling zu sein ist man nicht aus freien Stücken und was für ein Geschenk, wenn man das alles nicht erleben muss und Friede im Land ist. Und wir sind glücklich, diese Menschen zu kennen und Freundschaften mit ihnen zu schließen.“
So einfach kann Begegnung sein.

Ansprechpartnerin: Silvia Engel (1. Vorsitzende, info@cvjm-stetten.de)

Stadtpiraten Freiburg

Die Stadtpiraten Freiburg gehören zum CVJM-Netzwerk in Freiburg und stehen in enger Zusammenarbeit mit dem Projekt „Damit aus Fremden Freunde werden“.

Mut verändert. Mut ist tollkühn, manchmal gar wagemutig. Manche Menschen sind mutig und besteigen die Eiger-Nordwand. Das Bestehen der Herausforderung verändert den, der sich herausfordern lässt.  Es gibt auch andere Formen von Mut: Zivilcourage zum Beispiel. Zivilcourage bedeutet, eine Not zu erkennen, und auch wenn es Herausforderung mit sich bringt etwas dagegen zu tun. Menschen, die diese Art von Mut bewiesen wird, verändern sich nicht nur selbst; sie verändern auch Umstände.

Zu der Arbeit von Stadtpiraten Freiburg e.V. gehört eine dicke Portion Mut: Hervorgegangen aus einem wöchentlichen Kinderprogramm in einem Flüchtlingswohnheim ist eine Arbeit gewachsen, an der wöchentlich rund 180 Kinder und Jugendliche teilnehmen und die Leben nachhaltig verändert. Junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung begegnen sich, bauen Freundschaft, sprechen über Heimat, Werte, Gott, Religion und Glaube. Die vielfältigen Angebote sind nicht nur Highlight ihrer Woche, sondern ermöglichen auch konkrete Zukunftsperspektiven, z.B. durch Nachhilfe, Unterstützung bei Bewerbung und Praktika-Suche. (www.stadtpiraten-freiburg.de)

Aber, wie so oft: Wer hinschaut erkennt noch mehr Herausforderungen. Erwachsene Männer haben oft große Schwierigkeiten in der Gesellschaft, und erst recht auf dem Arbeitsmarkt, anzukommen. Als Antwort darauf hat Stadtpiraten Freiburg e.V. die [p3]-Werkstatt für Ausbildungsvorqualifizierung (www.p3-werkstatt.de)  ins Leben gerufen: Ein Social Startup, eine Werkstatt, in der junge Männer auf eine Berufsausbildung und ein Arbeitsverhältnis in Handwerksbetrieben vorbereitet werden. Dazu gehört Unterricht in Deutsch und Mathe, aber auch ganz praktisch in den Fachbereichen Holz, Elektro und Metall. Das stärkt Familien und den Einzelnen und bewirkt ganz konkret gesellschaftlichen Zusammenhalt.

„Lasst uns nicht lieben mit Worten und mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.“, schreibt Johannes (1. Joh. 3,18). Eine Not erkennen und etwas dagegen tun. Ganz schön mutig.

Ansprechpartner: David Rösch (1. Vorsitzender), www.stadtpiraten-freiburg.de

Weitere Beispiele

 Sport verbindet

Einige Vereine haben Sportangebote genutzt, um Kontakt zu Geflüchteten herzustellen. Ob Fußball, Basketball oder Volleyball – Sport verbindet und schafft ein Gruppengefühl, auch ohne gemeinsame Sprache. Trotz manchen Herausforderungen aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen bei Teamsportarten war es für manche Geflüchtete eine Plattform, um neue Freunde zu finden und zu erleben: egal, wo du herkommst, egal, was du mitbringst, du bist willkommen.

 

Begegnungscafés

In Kooperation mit kommunalen Partnern finden in manchen CVJM’s regelmäßige Begegnungscafés statt. Nach wie vor bieten sie eine geeignete Plattform zur gezielten Begegnung. Das offene Angebot reicht von gemeinsamen Kaffee und Kuchen genießen bis hin zu Sprachspielen, über Kicken, Fußballspielen und Kinderbetreuung. Interkulturelle Begegnungen und Austausch werden als bereichernd für alle Beteiligten erlebt.

Engagiert ihr euch als CVJM Ortsverein auch in der Arbeit mit Geflüchteten?

Dann schreibt eine kurze Nachricht an:

fluechtlinge@cvjmbaden.de