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UNDspiration in Marburg

7 Golden Nuggets, die zum Nachdenken anregen und zum Ausprobieren ermutigen

Im Oktober war unser YChurch-Team bei der UNDspiration in Marburg dabei – einem Festival voller Ideen, Musik, Kunst, Talks und Begegnungen. Hier ein paar unserer „Golden Nuggets“, die vielleicht auch dich inspirieren, zum Nachdenken anregen und zum Ausprobieren ermutigen.

 

 

1. Alles, was wir tun, predigt

Eine zentrale Erfahrung des Festivals: Inspiration entsteht nicht nur durch einzelne Vorträge, sondern durch das Ganze – Ort, Musik, Kunst, Spoken Words, unterschiedliche Menschen und Frömmigkeitsstile. Vieles Kleine wirkte zusammen und unterbrach das Gewohnte.

Was würden eigentlich andere sagen, was bei uns im CVJM „predigt“? Wie gehen wir miteinander um? Wie gestalten wir Räume? Fühlen sich Menschen bei uns wirklich gesehen?

 

 

2. Vom Traum zum Anfang

Anna-Nicole Heinrich (Präses der EKD) ermutigte, Ideen nicht ewig im Kopf zu behalten: Idee teilen, Hilfe annehmen, andere mitmachen lassen und möglichst schnell einen ersten Schritt wagen. Besonders stark war ihr Bild: Egal wie groß eine Idee ist – der „große Tanker Kirche“ geht daran nicht unter. Aber vielleicht haben ein paar Menschen im Schnellboot daneben richtig Spaß.

 

Dazu gehört auch eine Kultur, in der Scheitern nicht das Ende ist: Du bleibst angenommen, auch wenn etwas nicht klappt. Nicht jede Idee muss weiterverfolgt werden – manchmal ist Loslassen genau der richtige nächste Schritt.

 

3. Menschlichkeit als Zutat für Kirche

Martin Benz (u. a. Theologe) stellte die Frage in den Raum: Würde jemand etwas vermissen, wenn unsere Kirche vor Ort nicht mehr existieren würde? Seine Antwort: Kirche soll eine Schule der Menschlichkeit sein – nicht primär darum gehen, Menschen zu „machen“, sondern Menschen wieder zu Menschen werden zu lassen.

 

Jesus nennt sich über 80-mal „Menschensohn“. Gerade in seiner Menschlichkeit wird er sichtbar als Ebenbild Gottes. Wo Entmenschlichung überwunden wird – etwa durch Würde, Zuwendung und Gemeinschaft – geschieht Heilung. Kirche kann damit ein Gegenentwurf zur Entmenschlichung in unserer Gesellschaft sein.

 

 

4. Kleine Schritte, große Wirkung

Mara Steinbrenner (Start-up & Innovationsberaterin, Gründerin IMPACT Festival) erinnerte daran, dass kleine Entscheidungen an einem Tag kaum auffallen – über ein Jahr hinweg aber viel verändern können. Jeden Tag ein bisschen besser werden, ähnlich wie Zähneputzen: unspektakulär, aber wirkungsvoll.

 

Hilfreich war auch ihre Unterscheidung: Nicht jede Entscheidung ist eine Einbahnstraße. Vieles ist eine „Zwei-Wege-Tür“ – man kann es ausprobieren und notfalls zurückgehen. Nicht alles ist „that deep“. Gleichzeitig braucht Neues manchmal mehr als 80 Prozent Einsatz: Wer Neues aufbaut, sollte nicht zu früh denken, es sei schon fast geschafft.

 

Ihre Leitfrage bleibt gut hängen: Welche kleinen Gewohnheiten tragen uns zu unserer großen Vision?

 

 

5. Gemeinde, die sich ereignet

Tobias Faix (Theologe, eh Hessen) brachte eine herausfordernde Frage mit: Gemeinde ereignet sich oft kaum noch – sie wird nur noch gepredigt. Wie ist das bei uns im CVJM? Wo wird echte Gemeinschaft bei uns erfahrbar? In Begegnung, gemeinsamem Tun, offenen Räumen und echten Beziehungen? Oder reden wir vielmehr darüber als dass wir Verbundenheit leben?

 

Seine ehrliche Erfahrung aus Gemeindegründung: Für jeden Idealismus am Anfang musste man später manchmal hart bezahlen. Das ist keine Entmutigung, sondern eine Einladung, realistisch, geduldig und gemeinsam zu bleiben.

 

6. Die eigene Geschichte kennen

Samuel Harfst (Musiker & Coach) machte deutlich: Worte schaffen Realität. Wer seine eigene Geschichte versteht, kann klarer sagen, wer er ist, was er kann und was er will. Seine Einladung: Die eigene Geschichte in zwei bis drei Sätzen formulieren – und sie anderen erzählen.

 

Das gilt auch für eine Gemeinschaft wie den CVJM: Was ist uns so wichtig, dass es auf keinen Fall unter die Räder kommen darf? Und welche Geschichte wollen wir in unseren Ortsvereinen künftig erzählen?

 

 

7. Scheitern einplanen, Gemeinschaft finden

Jele Mailänder erinnerte daran, dass Jesus offenbar mit viel Scheitern rechnet – und trotzdem weitergeht. In seinem Gleichnis über die 4 Felder rechnet er damit, dass ¾ der Samen nicht aufgehen. Das schafft Gelassenheit.

 

Ein zweites Bild: mal in der Wildnis unterwegs sein, aber auch am Lagerfeuer Platz nehmen, Geschichten teilen und Kraft tanken. Nicht für immer unterwegs sein, sondern ankommen – und trotzdem wild bleiben. Wie oft sind wir im Hustle-Modus und vergessen das Verweilen und Kraft tanken? Da gibt es eine gewisse Parallelität zur Gemeinde, die nur gepredigt wird anstatt gelebt.

 

 

Was bei uns besonders hängen bleibt

Auffällig war, wie oft Resilienz Thema war: nicht nur anfangen, sondern dranbleiben. Nicht nur begeistert starten, sondern auch aushalten, loslassen, neu orientieren und weitergehen.

Diese sieben inspirierenden Nuggets sind kein Aufruf, alles anders zu machen. Es ist eher eine freundliche Einladung an dich und dein Team/Verein: Welche kleinen Schritte, Ideen oder Gewohnheiten dürfen bei uns wachsen? Wo können wir Raum geben für Begegnung, Kreativität und Menschlichkeit? Und welche Geschichte wollen wir gemeinsam erzählen?