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YChurch wandelt auf digitalen Pfaden

Von der Schnitzeljagd mit geistlichen Impulsen bis zu digitalen Gottesdiensten mit Kleingruppen-Austausch spannt sich der Bogen

 

Schon vor dem Lockdown setzte die YChurch auf hybride Angebote wie etwa einen virtuellen Studientag.

Foto: Ulrich Senf

 

Im neuen Johannes-Gemeindezentrum seien die Gottesdienste und Zusammenkünfte stets sehr gut besucht gewesen, so Grimm. Weil man vermeiden wollte, Menschen nach Hause zu schicken, weil das Hygienekonzept die Zahl der Besucher beschränkte, habe man früher als andere Gemeinden digitale Formate entwickelt. In den Prozess seien auch Gemeindemitglieder - das Gros sind junge Familien - eingebunden worden.

 

Entstanden ist beispielsweise über die Plattform Zoom ein Gottesdienst, der alle Teilnehmer zunächst zusammenführt - wie im Gotteshaus. Danach, so Grimm, teilen sich die Teilnehmer in fünf Kleingruppen auf, die in sogenannten "Breakout-Sessions" jeweils über einen Teilaspekt der Predigt diskutieren - ganz so, wie es auch nach Präsenzgottesdiensten geschehe, wenn die Kirchgänger noch zusammenstehen. Zum Abschluss kämen alle, die sich zum Gottesdienst eingeloggt haben - das sind stets zwischen 40 und 50 Gläubige - wieder zur Abkündigung zusammen, so Grimm.

 

Nachdem schon die digitalen Angebote über die Weihnachtstage sehr gut angekommen seien, könne man auch über die Resonanz, die die digitalen Gottesdienste jeden zweiten Sonntag zwischen 11 und 12 Uhr finden, nicht klagen.

 

Entwickelt wurde zudem ein ganz neues Gottesdienstformat nach Art einer Schnitzeljagd durch die Stadt. Die Teilnehmer müssen sich dazu die App Actionbound herunterladen und den dazugehörigen QR-Code mit dem Smartphone abscannen. Dieser findet sich etwa im Schaukasten am Gemeindehaus, wo der "Gottesdienst to go" auch startet. Was zu tun sei, erläutere die App, so Grimm. Sie führt die Teilnehmer zu verschiedenen Stationen, wo sie geistliche Impulse erhalten. 59 Mitspieler fand der letzte interaktive Gottesdienst. An diesem Wochenende wird die nächste Auflage freigeschaltet. Von heute, Samstag, 6. Februar, 12 Uhr an können Familien (plus maximal eine weitere Person) starten. Das Thema lautet diesmal "Freude". Auch versuche man, die Jugendgruppen vernetzt zu halten, und biete donnerstags virtuelle Spieleabende an, erläutert Grimm.

 

Eben weil die Angebote der YChurch vor dem Lockdown so stark frequentiert waren, will das Team erst nach Ostern - wenn möglich - wieder in größerem Rahmen zu Präsenzangeboten in den Räumen der Johannesgemeinde zurückkehren. Ansonsten sei die Ansteckungsgefahr zu groß und eben auch die Möglichkeit gegeben, dass Leute heimgeschickt werden müssen, was man vermeiden wolle. Klar ist für den Diakon aber, dass, trotz allen digitalen Erfolgs, die persönliche Begegnung durch nichts zu ersetzen ist.

 

Autor: Herbert Frey

Quelle: Badische Zeitung