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Meine Zeit in Indien – ein Erfahrungsbericht

Jedes Mal wenn ich an meine Zeit in Indien zurückdenke, schleicht sich mir ein Lächeln aufs Gesicht. Ich kann ehrlich sagen, dass ich dort ein zweites Zuhause gefunden habe. Während unseres achtmonatigen Einsatzes haben wir in der Schule für geistige behinderte Kinder des YMCA Madurai gearbeitet. Jeden Morgen nach einer gemeinsamen Zeit mit allen Schülern, in der entweder gesungen oder die neusten Nachrichten gezeigt wurden, ging es dann in die einzelnen Klassen. Wir schnappten uns immer ein paar Kinder und bastelten mit ihnen. Von kleinen Raupen bis zu Tüten wurde alles hergestellt. Mit den Älteren haben wir Seifen produziert.

Pünktlich zur Mittagspause eilten alle Schüler in die Aula, wo zu Mittag gegessen wurde. Danach saßen wir mit ihnen in ihren jeweiligen Klassen und haben die Lehrer unterstützt. Von einzelnen Buchstaben bis hin zu Rechenaufgaben, haben wird alles mit den Kindern geübt. Nach der Schule sammelten sich alle im Pausenhof bis nach und nach die Kinder abgeholt wurden oder der „Driver-Ane“ (Fahrer) alle Kinder, die mit dem Schulbus nach Hause fuhren, zusammenrief.

 

Indien

 

Auch die Jungs aus dem Boyshome (eine Art Waisenhaus des YMCA Madurai) werde ich nie vergessen. Fast jeden Nachmittag nach der Schule fuhren wir zu den zwölf Jungs, um mit ihnen zu spielen. Nach dem Auspowern wurde dann Englisch gelernt. Ansonsten haben wir süßen Früchtetee gekocht oder deutsche Süßigkeiten, die wir von zu Hause mitgebracht hatten,  gegessen. Wir hatten immer sehr viel Spaß und haben die Zeit dort sehr genossen. Zuletzt konnten wir mit ihnen sogar einen Ausflug ans Meer machen, wo manche von ihnen das erste Mal schwimmen gehen konnten.

 

Indien

 

Was mich auch sehr beeindruckt hat, ist die Gastfreundlichkeit der Menschen in Indien. Meistens zeigte sich diese in der Vielzahl von Gerichten, die einem bei einem Besuch vorgesetzt wurden und man wird es niemals schaffen alles zu essen. Dennoch liebe ich das südindische Essen unglaublich. Sei es „Dosa“ (Reispfannkuchen) zum Frühstück oder Reis mit Samba (Gemüse-Soße), nach einiger Zeit fängt man an alles zu Lieben. Interessant sind auch die indischen Festivaltage, denn in der Schule muss man erstmal zusammen mit allen Schülern und Lehrern tanzen. Dieses ausgelassene Tanzen ist zu Beginn gewöhnungsbedürftig, aber wenn man anfängt die Texte der Tamil-Lieder mitzusingen spürt man automatisch den Drang alles zu bewegen. Ich muss daran zurückdenken, wie ein kleines Mädchen sich vor ein paar Jahren nicht traute zu laufen, weil sie schielt und nun springt sie auf und ab zu den Rhythmen.

 

Fazit meines Einsatzes: Der YMCA Madurai und alle Menschen dort, haben uns so herzlich aufgenommen und ich habe die beste Zeit meines bisherigen Lebens in Indien verbracht.

 

 

Josephine Herb