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Bericht: Dorothee Engel im Schloss Bellevue

Einmal Abenteuercamp – Berlin und zurück

Donnerstagmorgen, 25. August 2011

Von meinem Feldbett aus höre ich den Bach rauschen, der im Lauf des Tages von 50 lachenden Indianer-Mädels und den Mitarbeiterinnen bevölkert sein wird. Nach dem Frühstück hoffe ich auf ein noch etwas durchsichtiges Spülwasser für mein Geschirr und freue mich, nochmal ein Bibelmeeting und das Kochen auf dem offenen Feuer mitzuerleben, bevor ich mich am Nachmittag in den ICE nach Berlin setze.

Bundespräsident

 

Freitagmorgen, 26. August 2011

Eine tolle Dusche, kein Kampf um das Nutella und die Zimtinos … ein bequemes Bett mitten im Sommercamp, das hat was. Nach einer Stadtrundfahrt am Morgen mache ich mich nachmittags auf den Weg ins Schloss Bellevue, um zusammen mit

150 ehrenamtlichen Mitarbeitern aus den verschiedensten Verbänden (christliche Jugendarbeit, Pfadfinder, Feuerwehr, Sportjugend, Kinderhilfswerke etc.) einen BundespräsidentNachmittag mit dem Bundespräsidenten zu verbringen. Dass diese Veranstaltung mitten in einer der Freizeiten stattfindet, wegen der ich nach Berlin eingeladen werde, hat eine gewisse Situationskomik. Im Park von Schloss Bellevue werden wir bei hochsommerlichen Temperaturen mit kalten Getränken empfangen und ich finde einige CVJMer aus anderen Landesverbänden. Da fühlt man sich schnell wie zuhause. Nach der Ordensverleihung an die 14 jungen Menschen, die besonders ausgezeichnet wurden, hält Bundespräsident Christian Wulff eine Rede und lädt anschließend dazu ein, bei Musik und Gegrilltem miteinander und mit ihm ins Gespräch zu kommen. In Pfadfinderkohten stellen die 14 Verdienstordensträger ihre Projekte vor und allmählich beginnt der Run auf ein Bild mit dem Bundespräsidenten, der außerdem viele Fragen beantwortet. Bei einer Schlossführung können wir die verschiedenen Räume des Schlosses bewundern und uns mit eigenen Augen von den unbequemen Sitzmöbeln für Staatsbesuche überzeugen. Nach seiner Amtseinführung habe er erstmal zwei bequeme Sessel angeschafft, damit man sich mal anständig unterhalten könne, so Wulff. Highlight für mich ist der abschließende Rundgang mit Christian Wulff durch sein Dienstzimmer und sein persönliches Arbeitszimmer, in dem er sich Zeit nimmt und uns erklärt, was ihm die Bilder bedeuten, die er dort aufgehängt Bundespräsidenthat. Mit vielen Eindrücken verlasse ich Schloss Bellevue. Nun ist er vorbei, der Besuch beim Bundespräsidenten, der zu den ganz besonderen Erlebnissen in meinem Leben gehört. Ich freue mich sehr über die Ehre – stellvertretend für viele andere Mitarbeiter - vorgeschlagen und eingeladen worden zu sein.

 

Samstagabend, 27. August 2011

Ich bin zurück auf dem Zeltplatz in der „Wespenzone“ und hoffe, dass ich die Dusche vielleicht dieses Mal überzeugen kann, ihre Temperatur beizubehalten. Schnell bin ich wieder im Campleben drin und es ist schön zu sehen, wie sich alle freuen, dass ich wieder da bin.

Als ich zurückkomme, sagt ein Mädchen: „Es ist so gut, dass du wieder da bist, Doro, gestern lief alles falschrum, weil du nicht da warst.“ (An dem Tag gab es einen Rückwärtstag mit Gute-Nacht-Geschichte morgens und Frühstück am Abend). Ich merke: Das ist mein Platz, hier gehöre ich hin. Das Leben von Kindern prägen zu dürfen und sie mit Jesus vertraut zu machen, empfinde ich als große Freude und großes Vorrecht. Das, was ich tue, trägt nicht nur dazu bei, dass unsere Welt ein bisschen besser wird, sondern ich darf dazu beitragen, dass Kinder Jesus kennenlernen, ihr Leben mit ihm leben und die Ewigkeit im Reich Gottes verbringen. Was gibt es Schöneres?

 

Dorothee Engel

CVJM-Nöttingen